Carry bezeichnet den Gewinn aus der Zinsdifferenz zwischen zwei Währungen in einem Forex-Handel. Er entsteht, wenn ein Händler Geld in einer Währung mit niedrigem Zinssatz leiht und es in einer Währung mit hohem Zinssatz investiert und die Differenz einbehält. Carry ist unabhängig von der Währungsaufwertung – Sie profitieren, unabhängig davon, ob sich der Wechselkurs bewegt oder stabil bleibt.
So funktioniert Carry
Ein Carry-Trade funktioniert über die Zinsen, die Sie auf die Fremdwährungsposition verdienen. Wenn Sie ein Währungspaar halten, hält Ihr Broker die Basiswährung (er verdient Zinsen) und finanziert die Position in der Notierungswährung (er zahlt Zinsen). Die Nettozinsdifferenz zwischen diesen beiden Währungen ist der Carry. Wenn beispielsweise eine Währung 5 % Rendite bringt und die andere 2 %, erhalten Sie jährlich etwa 3 % auf Ihre Position.
Halteperioden und Zeithorizont
Carry-Trades sind für die Haltung über Tage, Wochen oder Monate gedacht – nicht für den Intraday-Abschluss. Je länger Sie halten, desto mehr Carry sammeln Sie an. Diese Strategie spricht Händler an, die eine Rendite über die Kursbewegung hinaus wünschen und bereit sind, Positionen durch geringfügige Schwankungen zu halten. Im Gegensatz zu Scalping oder Daytrading belohnt Carry Geduld.
Risiken beim Carry-Trading
Carry-Trading ist nicht risikofrei. Plötzliche Wechselkursbewegungen können monate- oder jahrelange Carry-Einnahmen in einem einzigen Trade zunichtemachen. Zentralbanken können auch unerwartet die Zinssätze ändern und den Carry-Vorteil beseitigen. Einige Währungspaare weisen keine ausreichende Liquidität auf, was den Ein- oder Ausstieg aus großen Positionen erschwert. Der Einsatz von Hebelwirkung verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste und verwandelt kleine Marktbewegungen in erhebliche Auswirkungen auf das Konto.
Verwaltung von Carry-Positionen
Der für jedes Paar verfügbare Carry ändert sich mit den Zinssatzzyklen. In Zeiten steigender Zinsen bei Hochzinswährungen zieht Carry mehr Händler an und kann überlaufen. Dieses Gedränge geht manchmal scharfen Umkehrungen voraus. Messen Sie den Carry immer am Volatilitätsrisiko und beobachten Sie die Ankündigungen der Zentralbankpolitik sorgfältig.







