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Erzeugerpreisindex (EPI)

Der Erzeugerpreisindex (EPI) misst die durchschnittliche Veränderung der Verkaufspreise, die inländische Produzenten für Waren und Dienstleistungen erzielen. Er erfasst die Inflation auf Großhandelsebene, bevor die Preise die Endverbraucher erreichen, und ist somit ein Frühindikator für zukünftige Verbraucherinflation und geldpolitische Kursänderungen der Zentralbanken.

Der EPI gliedert sich in drei Kategorien. Der EPI für Fertigwaren misst Preisänderungen für verbrauchsfertige Produkte. Der EPI für Vorleistungsgüter erfasst Preisänderungen bei Materialien, die zur Herstellung anderer Güter verwendet werden, und hilft Händlern, zukünftige Produktionskostendruck zu antizipieren. Der EPI für Rohstoffe überwacht Rohmaterialien und Commodities, die das früheste Inflationssignal in der Lieferkette darstellen.

Devisenhändler beobachten den EPI, da Inflationserwartungen die Währungswerte und Zinsentscheidungen beeinflussen. Ein steigender EPI deutet darauf hin, dass Zentralbanken die Geldpolitik straffen könnten (Zinsen erhöhen), was typischerweise die Währung stärkt. Ein fallender EPI kann Zinssenkungen signalisieren, was typischerweise die Währung schwächt.

Zwei Einschränkungen sind für Händler wichtig. Erstens werden EPI-Daten mit Verzögerung veröffentlicht – normalerweise mehrere Wochen nach Ende des Berichtszeitraums –, sodass sie weniger aktuell sind als andere Daten. Zweitens kann der EPI durch volatile Rohstoffpreise stark ansteigen, die nicht die allgemeine Wirtschaftslage widerspiegeln und falsche Signale erzeugen. Händler nutzen den EPI zusammen mit anderen Indikatoren wie dem Verbraucherpreisindex (VPI) und BIP-Daten, um ein umfassenderes Wirtschaftsbild zu erhalten.