Die Negativzinspolitik (NIRP) ist eine unkonventionelle Geldpolitik, bei der Zentralbanken die Zinssätze unter Null festlegen. Das bedeutet, dass Einleger und Institutionen für die Aufbewahrung von Geld bei Banken Gebühren zahlen, anstatt Zinsen zu erhalten.
Wie die Negativzinspolitik (NIRP) funktioniert
Wenn die Zinssätze negativ werden, bestrafen Zentralbanken effektiv das Sparen und fördern Ausgaben und Investitionen. Ein Einleger mit Geld auf der Bank sieht sich mit einer negativen Rendite konfrontiert und könnte sich stattdessen entscheiden, in Aktien, Immobilien oder andere Vermögenswerte zu investieren. Dies soll die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln und die Deflation bekämpfen.
NIRP wirkt sich auch auf die Devisenmärkte aus. Investoren, die negative Renditen in einem Land vermeiden, verlagern oft Kapital in Länder mit höheren Zinssätzen, was die Währung schwächen kann, in der NIRP wirksam ist.
Auswirkungen auf den Handel
Negative Zinssätze drücken die Anleiherenditen erheblich nach unten, was Anleihen unattraktiv macht, es sei denn, die Preise steigen, um dies auszugleichen. Auf dem Devisenmarkt sehen Zentralbanken, die NIRP einführen, oft eine Schwächung ihrer Währung, da Kapital abfließt.
Für Forex-Trader bieten NIRP-Währungen typischerweise einen niedrigen oder negativen Carry (Zinsen, die aus der Halteposition erzielt werden), was die Risiko-Ertrags-Berechnungen beeinflusst.
Praktische Bedenken
NIRP ist ungewöhnlich und hat unbeabsichtigte Folgen. Banken haben Schwierigkeiten, profitabel zu bleiben, wenn sie keine Zinsen auf Einlagen erhalten können. Sparer sehen sich mit negativen Realrenditen konfrontiert. In extremen Fällen können negative Zinssätze Investoren in immer riskantere Vermögenswerte treiben, was potenziell zu Blasenbildung bei Aktien oder Immobilien führen kann.







